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Nicolas Tobis – Create Your Own Career

Nicolas Tobis

Als passionierter Feldhockeyspieler weiß Nicolas sehr gut, was Teamwork bedeutet. Zusammen mit seinem Team erschafft der Director of Data Science bei der Bertelsmann Education Group durch maschinelles Lernen unterstützte Softwareanwendungen, die Studierenden und Arbeitssuchenden helfen sollen, beruflich erfolgreicher zu sein. Nach seinem Studium in Rotterdam und London lebt und arbeitet er nun in New York. Als während der Pandemie alle im Homeoffice arbeiten mussten, richtete er seinen Arbeitsplatz auf der Feuertreppe seines Wohnhauses ein. Außergewöhnliche Umstände erfordern eben außergewöhnliche Maßnahmen!

 

Was hast du gemacht, bevor du zu Bertelsmann gekommen bist?

Ich habe in Rotterdam International Business Administration studiert und das Studium mit einem Bachelorabschluss beendet.

Wann und warum hast du dich für den Einstieg bei Bertelsmann entschieden?

Mehr als einmal. Im Herbst 2014 kam ich zum ersten Mal zu Bertelsmann, und zwar für ein Praktikum im Bereich Corporate Strategy & Controlling. Das Corporate Center in Gütersloh war perfekt für mich, da ich mehr über Bertelsmann und die verschiedenen Unternehmen erfahren wollte, die zum Konzern gehören. Nach Beendigung des Praktikums nutzte ich die Gelegenheit, um ein anderes Unternehmen kennenzulernen, ehe ich dann im Sommer 2015 wieder zu Bertelsmann zurückkehrte. Dieses Mal für ein Praktikum im Bereich Mergers & Acquisitions der Education Group in New York. Und daraus wurde dann mein erster richtiger Job. Nach drei Jahren ging ich nach London, wo ich einen Masterabschluss in Computer Science machte, um nur ein Jahr später wieder zu Bertelsmann zurückzukommen – diesmal als Leiter eines Data-Science-Teams.

Hättest du jemals gedacht, dass du einmal deinen heutigen Job machst?

Ganz am Anfang meiner Karriere nicht, denn zu dem Zeitpunkt war ich sehr auf Betriebswirtschaft fokussiert. Aber nachdem ich meinen Abschluss in Computer Science gemacht hatte: ja. Ich wollte genau den Job haben, den ich heute habe.

Wie würdest du deiner Großmutter erklären, was du beruflich machst?

Ich würde ihr sagen, dass ich ein Team leite und zusammen mit diesem Team Softwareprogramme erstelle, die Studierenden und Arbeitssuchenden helfen, beruflich erfolgreicher zu sein.

Was macht deine Arbeit spannend?

Es sind die vielen Dinge, an denen ich arbeite, die gar nicht unterschiedlicher sein könnten. Ich könnte an jedem beliebigen Arbeitstag damit beschäftigt sein, Algorithmen für maschinelles Lernen zu entwickeln oder Verbrauchersoftware-Tools zu erstellen, M&A-Transaktionen zu unterstützen oder unseren Unternehmen dabei zu helfen, ihre Cybersicherheitsstandards zu verbessern. Das ist definitiv ein großer Pluspunkt. Meine Arbeit im Tech and Data Advisory Board von Bertelsmann unter der Leitung unseres CFO Rolf Hellermann ist ebenfalls sehr spannend. Sie hilft mir zu verstehen, wie Bertelsmann neue Technologien einführt und ermöglicht mir, meine Gedanken dazu beizusteuern, wie man Bertelsmann zukunftssicher machen kann – zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Metaversum. Und schließlich bin ich Teil einer Gruppe namens Team 2030, die unseren CEO Thomas Rabe zu neuen Trends berät. Dadurch helfen wir ihm, das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen. Es sind die vielen unterschiedlichen Aufgaben, an denen ich beteiligt bin, die meinen Job so spannend machen.

"Es sind die vielen unterschiedlichen Aufgaben, an denen ich beteiligt bin, die meinen Job so spannend machen."

Gab es jemals eine Weggabelung in deiner Laufbahn? Welchen Weg hast du gewählt?

2018 musste ich mich entscheiden, ob ich ein MBA-Studium oder ein Masterstudium in Computer Science mache. Ich habe mich für Letzteres entschieden, weil ich mein Profil durch diese zusätzlichen Fähigkeiten abrunden wollte. Außerdem war ich echt neugierig darauf, zu erfahren, wie Computer wirklich funktionieren.

Welche deiner Fähigkeiten möchtest du ausbauen?

Vielleicht liegt das daran, dass ich Teil der Education Group bin, aber es gibt noch so viele Dinge, die ich lernen oder in denen ich mich verbessern möchte. Eines dieser Dinge ist Web3, ein weiteres ist KI. Ich wäre gern ein besserer Produktmanager. Das ist etwas, womit ich gerade erst begonnen habe. Und ich möchte auch eine bessere Führungskraft werden. Derzeit beschäftige ich mich wieder mit Softwaretechnik und lerne gerade alles über React und Node.js, die Open-Source-JavaScript-Frameworks. Vor allem muss ich aber eine Strategie finden, wie ich all diese Dinge in meiner Arbeitswoche unterkriege.

Unternehmertum und Kreativität sind zentrale Werte von Bertelsmann. Was bedeuten sie für dich?

Als Teil dieser Organisation muss man Raum für neue Ideen haben. Aber Ideen sind nur der Ausgangspunkt. Ein Unternehmen braucht auch die Bereitschaft und die Schlagkraft, um sie umzusetzen. Bertelsmann hat all das – viele Menschen mit vielen großartigen Ideen, den Raum, um diese Ideen zu entwickeln, und das Geld, um sie Wirklichkeit werden zu lassen.

Wie und wo findest du einen Ausgleich zu deiner Arbeit?

Ich reise sehr viel, um mir Orte anzusehen, an denen ich noch nicht war. Außerdem mache ich viel Sport – gesunder Geist in gesundem Körper sozusagen. Ich gehe joggen, spiele Feldhockey oder Tennis und treffe mich mit meinen Kumpels im Park, um ein bisschen Fußball oder Spikeball – das beste Spiel, das ich jemals gespielt habe – zu spielen. Und ich umgebe mich mit Freund:innen, die mich inspirieren und mich zum Lachen bringen. Das ist genau der Ausgleich, den ich brauche.

Was macht für dich einen guten Teamplayer aus?

Ich spiele schon mein ganzes Leben lang Feldhockey. Dabei habe ich gelernt, dass man seinen eigenen Wert ebenso kennen muss wie den Wert des Teams. Was mache ich? Welchen Beitrag leisten die anderen? Wenn man das versteht, kann man andere unterstützen, wenn sie es am nötigsten brauchen, und seine eigenen Qualitäten ins Team einbringen. In der Geschäftswelt zeichnen sich gute Teamplayer:innen auch durch das Teilen von Wissen aus.

"Bertelsmann hat viele Menschen mit vielen großartigen Ideen, den Raum, um diese Ideen zu entwickeln, und das Geld, um sie Wirklichkeit werden zu lassen."

Was macht für dich eine gute Führungskraft aus?

Eine gute Führungskraft ist in der Lage, andere zu inspirieren und zu führen, indem sie mit gutem Beispiel vorangeht. Gute Führung erfordert regelmäßiges Feedback von denjenigen, die geführt werden. Das kommt bei vielen Führungskräften zu kurz. Man muss immer den Wunsch haben, sich zu verbessern. Und man muss die Leistungen seines Teams als dessen Erfolge anerkennen und hervorheben, nicht als die eigenen.

Was macht für dich ein Unternehmen wirklich verantwortungsvoll?

Ein wirklich verantwortungsvolles Unternehmen bezieht eindeutig Stellung zum Klimawandel und zu gesellschaftlichen Herausforderungen. Es redet nicht nur, es handelt. Es geht dabei um so viel mehr als das Ändern des LinkedIn-Logos während des Pride Month.

Wer oder was inspiriert dich?

Mich inspirieren Menschen, die in der Lage sind, ein Publikum in ihren Bann zu ziehen. Ich habe die Dokuserie über Michael Jordan geliebt, die vor einigen Jahren herauskam, das Buch von Barack Obama verschlungen und mir mit Begeisterung Steve Jobs’ Produktpräsentationen angesehen. Ich bewundere sie alle für das, was sie getan haben, um Dinge zu ändern.

Was ist dir bei der Gestaltung deiner Karriere wichtig?

Wenn mich interessiert, woran ich arbeite, wenn ich das Gefühl habe, dass es eine coole Aufgabe ist, dann bin ich gut darin, eine Lösung zu finden. Auf der anderen Seite funktioniere ich nicht so gut, wenn ich ein Problem lösen soll, das ich nicht so spannend finde. Deshalb kommt es darauf an, weiterhin richtig interessante Aufgaben zu finden und zu lösen. Das ist wichtig für mich und hilft mir zu wachsen.

"Ich habe eine Leidenschaft für Bildung, dafür, anderen etwas beizubringen und sie weiterzuentwickeln."

Welche deiner Leidenschaften werden in deiner beruflichen Laufbahn eine wichtige Rolle spielen?

Ich habe eine Leidenschaft für Bildung, dafür, anderen etwas beizubringen und sie weiterzuentwickeln. Deshalb bin ich vor sechs Jahren zur Education Group gekommen. Und aus diesem Grund habe ich ein Jahr in der Dominikanischen Republik verbracht, um Kindern Englisch und Mathematik beizubringen. Das wird – zusammen mit meiner Leidenschaft für Nachhaltigkeit – entscheidend für die Auswahl meiner zukünftigen Jobs sein.

Welche Fähigkeiten werden für dich persönlich in Zukunft wichtig sein und wie willst du diese entwickeln oder ausbauen?

Wie gesagt gibt es so viele Dinge, die ich gern besser verstehen würde. Vor allem die Dinge, an denen ich arbeite. Ich möchte sie von Grund auf bis ins kleinste Detail verstehen, denn ich möchte genau wissen, woran jedes einzelne Mitglied meines Teams arbeiten muss. Das ist wie eine große Herausforderung in viele kleine Herausforderungen zu zerlegen.
Nehmen wir das Beispiel der Entwicklung eines Verbraucherprodukts, das sich nicht nur gut vermarkten lassen, sondern auch einen KI-Algorithmus wirksam einsetzen soll, um gut zu funktionieren. Dann reicht es nicht aus, alle in ihren jeweiligen Bereichen anzuweisen und das Marketingteam seinen Teil machen zu lassen, während die Softwareingenieur:innen ihren Teil erledigen und die Data Scientists wiederum etwas anderes tun. Man muss sich in all diese Bereiche einarbeiten, um wertvolle Rückmeldung geben zu können. Nur dann kann man ein besserer bzw. eine bessere Partner:in und Führungskraft für das gesamte Team sein.

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