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Laurent Hubert, Rock’n’roll-Navigator mit Pilotenlizenz, Neue-Medien-Steuermann, Musikmanager,
Brandleader, Change-& Turnaround-Initiator, Ideenverstärker und Kluge-Köpfe-Sammler,
President Creative & Marketing, BMG Chrysalis, New York City.

Laurent Hubert

Ich liebe das Fliegen

Es ist inspirierend und friedlich zugleich. Obwohl du zu 100 Prozent auf deine Instrumente konzentriert sein musst und viele Entscheidungen triffst, ist es für mich entspannend. Es macht den Kopf frei und ich liebe es, die Welt von oben zu sehen. Auf 3.000 Metern Höhe zu sein und zu sehen, wie die Sonne langsam zwischen den Wolken untergeht, hat etwas Magisches. Es ist wunderschön, gerät Laurent Hubert ins Schwärmen. Immer wenn der abwechslungsreiche Berufsalltag des Musikexperten es zulässt, steigt er in sein Cockpit und hebt ab. Den Steuerknüppel hält der ambitionierte Hobbypilot beruflich wie privat immer fest in der Hand. Es ist sehr wichtig, die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, denn ich tendiere dazu, ein Workaholic zu sein.

Seine Arbeit beim Musikrechteverlag BMG Chrysalis in New York erfülle ihn voll und ganz, vielleicht habe er ja deshalb Schwierigkeiten, sich von ihr loszueisen, vermutet Hubert: Ich mag, dass meine Tage so unterschiedlich und unvorhersehbar sind. Und ich treffe so viele verschiedene Menschen, das ist extrem bereichernd. Als BMG Chrysalis’ President Creative and Marketing für Nordamerika steuert er den Musikrechteverlag sicher durch turbulente Zeiten:

Wir leben in einer Zeit, in der es Unternehmen schwer haben, denn der Musikkonsum der Verbraucher verändert sich.

Begonnen habe diese Entwicklung vor 15 Jahren mit dem Start der Musiktauschbörse Napster. Damals habe man Musik gekauft, heute konsumiere man diese nur noch. Musik ist wie Wasser geworden. Sie ist überall. Unsere Aufgabe ist es, dieses Wasser wertvoll zu machen und zu einem ansprechenden Entertainmentprodukt zu formen, das die Menschen gerne genießen wollen, so Huberts Einschätzung. Nun liege der Schlüssel zum Erfolg darin zu verstehen, welche Beziehung die Verbraucher zur Musik haben, wie sie sie kaufen und benutzen. Denn statt wie früher ein Lied auf Kassette oder CD zu kaufen, erwerbe man heute Zugang zu Musikstreams: Es ist wichtig, diesen Trend zu verstehen und zu antizipieren. Zum Bertelsmann-Konzern kam der gebürtige Franzose zunächst auf Umwegen: Ich bin in Paris aufgewachsen und habe in Frankreich Wirtschaftswissenschaften studiert. Als ich 1989 nach New York kam, arbeitete ich in einer völlig anderen Branche. Nach acht Jahren entschied sich Hubert, seiner Karriere neuen Schub zu geben, und machte seinen Abschluss in Finanzwesen und Internationalem Management. Zwei Jahre später startete er als Praktikant bei BMG durch. Ich habe Musik schon immer geliebt, sagt er, aber von der Branche hatte ich damals keine Ahnung. Der Bertelsmann-Konzern sei ihm natürlich ein Begriff gewesen, doch erst als er dort sein Praktikum absolviert habe, habe er begonnen, die deutsche Verlagsgruppe für sich zu entdecken: Ich merkte, wie breit aufgestellt und abwechslungsreich Bertelsmann war. Dort herrschte Unternehmergeist, wurde Initiative ergriffen und Kreativität unterstützt. Deshalb habe er sich später ganz bewusst für Bertelsmann entschieden, obwohl er auch noch andere Jobangebote auf dem Radar gehabt habe.

Vor fünf Jahren gewann die Karriere des Hobbypiloten mit einer Festanstellung bei der Bertelsmann-Tochter BMG Chrysalis in New York an Höhe. Ich war der erste und einzige Angestellte hier und erledigte alles selbst, blickt Laurent Hubert auf diese spannende Zeit zurück. Dabei kam ihm seine Fähigkeit, wichtige Entscheidungen auch unter Druck zu treffen und wie im Cockpit immer einen kühlen Kopf zu bewahren, zugute. Inzwischen arbeiten mehr als 120 Mitarbeiter in seinem Team. Trotzdem setzt das erfolgreiche Bertelsmann-Tochterunternehmen weiterhin auf die Start-up-Mentalität und die besondere Konzernkultur, die es in kürzester Zeit zu einem angesehenen Rechtevermarkter in der Musikbranche gemacht haben. Meinen Abteilungsleitern sage ich immer, sie sollen ihre Abteilung wie ihr eigenes kleines Start-up betrachten. So können sie das Beste aus dem Unternehmen herausholen, sei es durch gute Organisation oder durch die Neuverteilung von Aufgaben. Natürlich gebe es dabei auch immer wieder Herausforderungen, die jedoch mit Ruhe, Sachverstand und Entscheidungsfreudigkeit überwunden werden könnten. An Stress denke er bei seiner Arbeit nicht. Ich bin ein Macher, sagt Hubert.

Ich liebe es, Dinge zu erledigen und sie, ähnlich wie im Cockpit, von meiner To-do-Liste zu streichen.

Vielleicht sorgt aber auch sein morgendlicher Spaziergang zur Arbeit für die notwendige Entspannung. Ich liebe New York am Morgen. Wenn die Stadt noch nicht so richtig wach ist und nur sehr wenige Menschen unterwegs sind, fühle ich mich wohl und auch ein wenig mächtig, erklärt Laurent Hubert seine Wahlheimat, denn dann kannst du bereits diese besondere Energie spüren – wie Wasser, das erst langsam vor sich hin brodelt, bevor es schließlich anfängt zu kochen. Du weißt, dass jetzt der Energiepegel der Stadt ansteigt, bevor er am Ende des Tages wieder absackt. Es ist großartig, das jeden Tag aufs Neue zu erleben. Überhaupt habe er die Millionenmetropole für sich entdeckt. Vor allem die zahlreichen Museen wie das MoMA oder das Metropolitan haben es ihm angetan. Im Winter, wenn das Wetter zu schlecht zum Fliegen ist, vertreibt er sich dort gerne die Zeit oder besucht Konzerte. Ich mag John Mayer. Er ist ein großartiger Künstler und Songwriter. Ich liebe seine Songs, denn seine Musik und seine Texte sprechen mich an.

Wenn Hubert auf seine eigene Karriere zurückblickt, empfindet er Stolz und Dankbarkeit. Ich habe sehr viel Glück gehabt, denn ich habe mit Menschen zusammengearbeitet, die mir viel beigebracht und mich nicht als Konkurrenz betrachtet haben. Dieses Glück gibt er seinen eigenen Mitarbeitern gerne weiter: Sei nicht schlampig, sei nicht faul, sondern nutze die zusätzliche Stunde, um zu lernen. Wenn du das tust, wirst du deinen Weg gehen. Leider haben die Menschen die Angewohnheit, bequem zu sein. Das macht mich wahnsinnig, genauso wie Rechtschreibfehler!

Überhaupt sei Lernbereitschaft ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Schlüssel zum beruflichen Erfolg. Auch für ihn gebe es noch viel zu lernen. Ich möchte mich auch in Zukunft weiterbilden und herausgefordert werden. Ich möchte weiterhin an unserem Erfolg arbeiten, wenn vielleicht auch auf eine andere Art und Weise als heute. Ich liebe diese Branche und es würde mir sehr schwer fallen, sie zu verlassen.

Und auch auf das Fliegen will der leidenschaftliche Hobbypilot in Zukunft nicht verzichten. Ich besuche gerne neue Orte und möchte auf jeden Fall einmal nach Martha’s Vineyard fliegen, so Laurent Hubert. Da bleibt nur noch, dem Vielüberflieger im Sinne des Pilotengrußes zu wünschen: Glück ab, gut Land!

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